Drei Programme im Überblick
Der Bund fördert die Einführung von KI-Lösungen im Mittelstand seit 2021 systematisch. Drei Programme dominieren in der Praxis. Sie unterscheiden sich in Förderhöhe, Zielgruppe, Antragsweg und förderfähigen Leistungen deutlich. Welches passt, hängt von Größe, Vorhaben und Zeitschiene ab.
Digital Jetzt — das stärkste Programm
Digital Jetzt ist seit 2020 das mit Abstand wirkungsstärkste Förderprogramm für KI-Investitionen im deutschen Mittelstand. Es richtet sich an Unternehmen mit 3 bis 499 Beschäftigten, deckt Investitionen in digitale Technologien und Mitarbeiterqualifizierung ab und finanziert dabei sowohl Hardware, Software, Beratung als auch Schulung.
Die Förderquote staffelt sich nach Unternehmensgröße: 40 % für 3–50 MA, 35 % für 51–250 MA, 30 % für 251–499 MA. Strukturschwache Regionen bekommen +5 Prozentpunkte, Wertschöpfungsketten-Projekte +5 Prozentpunkte. In der Maximalkombination (kleines Unternehmen, strukturschwache Region, Wertschöpfungskette) sind 50 % möglich — bis 50.000 € pro Förderbaustein.
Förderfähige Investitionen müssen mindestens 17.000 € (für die kleinste Größenklasse) bis 50.000 € betragen. Der Antrag wird beim BAFA online gestellt. Wichtig: die Investition darf erst nach Erteilung des Bewilligungsbescheids beginnen — wer vorher Verträge unterzeichnet, verliert die Förderfähigkeit für das gesamte Projekt.
go-digital — Beratung-fokussiert
go-digital richtet sich an Unternehmen unter 100 Mitarbeitern und max. 20 Mio. € Vorjahresumsatz. Das Besondere: der Antrag läuft nicht über Sie selbst, sondern über einen autorisierten Beratungsbetrieb. KBD ist seit 2024 als go-digital-Berater autorisiert.
Gefördert werden Beratungs-, Konzeptions- und Umsetzungstage in drei Modulen: „Digitalisierte Geschäftsprozesse“, „Digitale Markterschließung“, „IT-Sicherheit“. KI-Implementierungen laufen typischerweise unter Modul 1. Die Förderung beträgt 50 % auf max. 33.000 € Beratungshonorar — also bis zu 16.500 € Zuschuss.
go-digital ist besonders attraktiv, wenn Sie ein überschaubares KI-Projekt mit hohem Beratungsanteil haben (z. B. RAG-Wissensassistent, Prozess-Automatisierung). Hardware und produktive Software werden nicht gefördert — der Hebel liegt im Konzept und der Implementierung.
BAFA-Beratungsförderung — der schnelle Einstieg
Die „Förderung unternehmerischen Know-hows“ des BAFA bezuschusst allgemeine Unternehmensberatung mit 50 % auf max. 3.500 € Honorar. Inhaltlich offen — KI-Strategieberatung, Prozessanalyse oder Digitalisierungsroadmap sind förderfähig.
Vorteil: schneller Antragsweg (online, oft Bewilligung in 4–6 Wochen), keine starre Modulvorgabe. Nachteil: niedrige Fördersumme. Ideal als Discovery-Phase vor einem größeren Projekt — die anschließende Implementierung lässt sich dann über Digital Jetzt oder go-digital nachfinanzieren.
Antragsablauf — Schritt für Schritt
- 11 Termin
Erstgespräch & Programmwahl
Wir prüfen kostenfrei, welches Förderprogramm zu Ihrem Vorhaben passt — und ob eine Kombination möglich ist.
- 24–6 Wochen
Konzept & Antrag
Detailliertes KI-Konzept, Angebote der Leistungserbringer, Nachweise (Bilanz, Mitarbeiterzahl, KMU-Erklärung) zusammenstellen und einreichen.
- 36–12 Wochen
Bewilligung abwarten
Bearbeitungszeit beim Fördergeber. Während dieser Zeit dürfen keine bindenden Verträge unterschrieben werden.
- 43–12 Mon.
Umsetzung & Verwendungsnachweis
Nach Bescheid Projektstart, parallel Belegsammlung. Verwendungsnachweis spätestens 6 Monate nach Projektende einreichen.
Stolpersteine — die häufigsten Fehler
- Vorzeitiger Maßnahmenbeginn: der häufigste Ablehnungsgrund. Wer vor Bewilligung Verträge unterzeichnet, Hardware bestellt oder Beratung beauftragt, verliert die Förderfähigkeit.
- Schwammiges Konzept: ein Antrag ohne klar messbare KI-Ziele (z. B. „Halbierung der Bearbeitungszeit Angebote“) wird abgelehnt. Konkrete Use Cases mit Erfolgsmetriken sind Pflicht.
- Falsche KMU-Einstufung: verbundene und Partnerunternehmen müssen bei der Mitarbeiter- und Umsatzberechnung berücksichtigt werden. Konzern-Töchter sind oft nicht KMU.
- Verwendungsnachweis-Fehler: Belege müssen Projektbezug klar dokumentieren. Pauschalrechnungen ohne Leistungsbeschreibung werden nicht anerkannt.
- Doppelförderung: dieselbe Leistung darf nicht aus zwei Programmen gefördert werden — die saubere Trennung gehört in den Antrag.
Wie KBD Sie begleitet
Wir übernehmen die komplette Förderabwicklung als Pauschal-Leistung. Inklusive: Programmwahl, Konzeptentwicklung, Antragstellung, Kommunikation mit dem Fördergeber, Verwendungsnachweis. Honorar: typischerweise 8 % der Fördersumme — und selbst bei Digital Jetzt anteilig wieder förderfähig.
Unsere Bewilligungsquote liegt bei über 90 %, weil wir vor jedem Antrag eine Förder-Voranalyse machen und Anträge nur dort einreichen, wo die Erfolgschancen real sind. Mehr zu unserer Methodik im Discovery-Workshop oder direkt anfragen über die kostenfreie Potenzialanalyse.
